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Lokal & Server · Migration alter Planungssoftware

Parallelbetrieb oderharter Stichtagsumstieg.

Beim Ablösen alter Planungssoftware gibt es zwei Grundwege. Beim Parallelbetrieb laufen alte und neue Software eine Zeit lang nebeneinander: Laufende Projekte bleiben im Altsystem, neue starten im neuen Programm. Beim Stichtagsumstieg wechselt das ganze Büro zu einem festen Datum. Für die meisten Planungsbüros ist der Parallelbetrieb der sicherere Weg, weil halb fertige Projekte nicht über eine Formatschnittstelle wandern müssen. Ein Stichtag passt eher bei kleinen Büros mit wenigen laufenden Projekten oder wenn die alte Software zum festen Termin abgeschaltet wird.

Kurz beantwortet · Stand September 2026
Zwei Zeitstrahlen nebeneinander: einer mit weichem Übergang, einer mit hartem Schnitt
Zwei Wege zum Umstieg: der weiche Parallelbetrieb und der harte Stichtag.

01  Vergleich

Zwei Wege im direkten Vergleich.

KriteriumParallelbetriebStichtagsumstieg
PrinzipAlt und neu laufen parallel, neue Projekte im neuen ProgrammAlle wechseln zu einem festen Datum
Laufende Projektebleiben bis zum Abschluss im Altsystemmüssen konvertiert oder abgeschlossen sein
Datenübernahmenur Stammdaten und ausgewählte Projektevollständige Übernahme oder saubere Archivierung nötig
Risiko von Datenverlustgering, weil kaum konvertiert wirdhöher, weil viel auf einmal übertragen wird
Lizenzkostenzeitweise doppelt (alt und neu)einmaliger Schnitt, alte Lizenz entfällt
Schulungsaufwandverteilt, im laufenden Betriebgebündelt zum Stichtag
Passt gut zuvielen laufenden Projekten, öffentlichen Aufträgenkleinen Büros, klarem Serverwechsel oder Supportende

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02  Parallelbetrieb

Wann der weiche Übergang passt.

Der Parallelbetrieb ist der Normalfall in Büros mit vielen gleichzeitig laufenden Projekten. Sie schließen begonnene Leistungsverzeichnisse oder Planstände dort ab, wo sie entstanden sind, und starten alles Neue im neuen Programm. Damit umgehen Sie das größte Risiko der Migration: dass ein Projekt mitten in der Bearbeitung über GAEB, DXF oder IFC wandert und dabei Positionen, Layer oder Formatierungen verliert.

Der Preis dafür ist der doppelte Betrieb. Sie brauchen für eine Übergangszeit beide Programme lauffähig, oft auf demselben Server oder Terminalserver, und beide Lizenzen. Das kostet Geld und bindet Aufmerksamkeit in der IT. Legen Sie deshalb ein Enddatum für den Parallelbetrieb fest, sonst zieht sich der Zustand über Jahre.

Für öffentliche Auftraggeber ist der Parallelbetrieb oft sinnvoll, weil Vergabeprojekte lange Laufzeiten haben und Formatanforderungen im laufenden Verfahren nicht wechseln sollten.

03  Stichtag

Wann der harte Schnitt sinnvoll ist.

Ein Stichtagsumstieg lohnt sich, wenn wenige Projekte laufen oder wenn ein äußerer Termin den Schnitt erzwingt: das Supportende der alten Software, ein Serverwechsel oder das Auslaufen eines Lizenz- oder Wartungsvertrags. Dann wechselt das ganze Büro zu einem Datum, und die alte Software wird danach nur noch als Archivversion vorgehalten.

Der harte Schnitt verlangt gründliche Vorbereitung. Sichern Sie vorher alle Datenbestände vollständig, klären Sie, welche Lizenz das Öffnen der Altprojekte erlaubt, und testen Sie die Datenübernahme mit einem echten Projekt. Prüfen Sie besonders, ob ein Lizenzserver oder ein Dongle nach der Abschaltung noch verfügbar bleibt, sonst lassen sich alte Dateien später nicht mehr öffnen.

Auch beim Stichtag gilt: Nicht jedes Altprojekt muss konvertiert werden. Für abgeschlossene Vorhaben genügt meist eine eingefrorene, nur lesbare Installation der alten Software auf einem isolierten Rechner oder in einer virtuellen Maschine.

04  Entscheidung

So treffen Sie die Wahl.

  1. Projekte zählen

    Erfassen Sie, wie viele Projekte aktuell laufen und wie lange sie noch dauern. Viele lange Laufzeiten sprechen für den Parallelbetrieb.

  2. Zwang prüfen

    Klären Sie, ob ein Supportende, ein Serverwechsel oder ein Vertragsende einen festen Termin vorgibt. Ein harter Termin spricht für den Stichtag.

  3. Datenübernahme testen

    Übernehmen Sie ein echtes Altprojekt über GAEB, DXF/DWG oder IFC ins neue Programm und vergleichen Sie das Ergebnis Position für Position.

  4. Archiv festlegen

    Entscheiden Sie je Projektstatus: aktiv weiterführen, konvertieren oder nur als lesbare Archivversion aufbewahren.

  5. Enddatum setzen

    Legen Sie fest, ab wann kein neues Projekt mehr in der Altsoftware startet, und kommunizieren Sie das im Team.

05  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Ist der Parallelbetrieb nicht unnötig teuer?

Er kostet zeitweise doppelte Lizenzen, spart aber Konvertierungsaufwand und senkt das Risiko von Datenverlust bei laufenden Projekten. Wer den Parallelbetrieb mit einem klaren Enddatum begrenzt, hält die Mehrkosten überschaubar.

Kann ich alte Projekte nach dem Umstieg noch öffnen?

Nur, wenn die alte Software lauffähig bleibt und die zugehörige Lizenz weiter gültig ist. Prüfen Sie vor der Abschaltung, ob Lizenzserver oder Dongle verfügbar bleiben, und halten Sie eine nur lesende Archivversion vor, etwa in einer virtuellen Maschine.

Welcher Weg passt bei öffentlichen Auftraggebern?

Meist der Parallelbetrieb. Vergabe- und Planungsprojekte haben lange Laufzeiten, und die Datenformate sollten während eines laufenden Verfahrens nicht wechseln. Neue Ausschreibungen können Sie parallel bereits im neuen Programm bearbeiten.

Quelle: GWB, VgV, UVgO in der geltenden Fassung; Delegierte Verordnungen (EU) 2025/2150–2152 (Schwellenwerte 2026/2027); Bekanntmachungsservice oeffentlichevergabe.de; eigene Auswertung der offenen Bekanntmachungsdaten, August 2026. Stand September 2026. Keine Rechtsberatung, maßgeblich ist der jeweilige Gesetzes- oder Normtext.

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