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Kosten · Kostenplanung nach DIN 276

Kostenschätzung nach DIN 276.Excel oder Fachsoftware?

Für die Kostenschätzung nach DIN 276 nutzen viele Büros eine Excel-Vorlage, andere eine Kostenplanungs-Software wie den BKI Kostenplaner, sirAdos oder das Kostenmodul ihres AVA-Programms. Die Norm schreibt kein bestimmtes Werkzeug vor. Excel ist flexibel und günstig, bringt aber keine gepflegten Kostenkennwerte und keine automatische DIN-276-Struktur mit. Fachsoftware liefert aktuelle Kennwerte, eine feste Kostengliederung und Schnittstellen zu CAD und Ausschreibung, kostet dafür Lizenz und Einarbeitung.

Kurz beantwortet · Stand September 2026
Vergleich einer Excel-Tabelle mit Kostengruppen und einer Kostenplanungs-Software auf zwei Bildschirmen
Die gleiche Kostenschätzung, zwei Wege: freie Tabelle oder gestützte Datenbank.

01  Ausgangslage

Warum die Frage überhaupt auftaucht.

Die Kostenschätzung ist eine Grundleistung in Leistungsphase 2 und gliedert die Kosten nach den Kostengruppen der DIN 276. Rechnerisch ist das eine überschaubare Aufgabe, die sich in Excel abbilden lässt. Genau deshalb starten viele Büros mit einer eigenen Vorlage. Sie ist sofort verfügbar, kostet nichts extra und lässt sich frei anpassen.

Der Aufwand verschiebt sich mit der Zeit. Wer aktuelle Baukosten braucht, muss Kennwerte selbst recherchieren und pflegen. Wer die Schätzung später in die Kostenberechnung und in die Ausschreibung überführt, gibt Daten mehrfach neu ein. Und wer für öffentliche Auftraggeber arbeitet, muss die Gliederung sauber und prüfbar nach DIN 276 ausgeben. In einer anonymen Auswertung von 13 Gesprächen mit Planungsbüros nannten fünf Büros Ausschreibungen und Angebote als Zeitfresser. An dieser Stelle setzt die Frage nach dem richtigen Werkzeug an.

Es geht also weniger um Excel gegen Software als um den Punkt, ab dem die Nachteile der freien Tabelle den Aufwand einer Fachlösung übersteigen.

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02  Vergleich

Excel und Software nach Kriterien.

KriteriumExcel-LösungKostenplanungs-Software
KostenkennwerteSelbst recherchiert und gepflegtMitgelieferte, aktualisierte Kennwerte (z. B. BKI, sirAdos)
DIN-276-Struktur und UpdatesManuell aufgebaut, bei Normänderung selbst anzupassenFeste Gliederung nach DIN 276:2018, Pflege durch den Anbieter
Mengen aus CAD oder BIMManuelle ÜbernahmeIFC- oder Modellanbindung je nach Produkt
Übergang zur AusschreibungNeu erfassen oder über CSVGAEB-Export in Richtung Leistungsverzeichnis und Vergabe
Kosten-ControllingSelbst gebaute FormelnSoll-Ist-Vergleiche und Kostenverfolgung integriert
Mehrbenutzer und ServerDatei- oder Cloud-Ablage, Versionskonflikte möglichNetzwerk- oder Serverbetrieb mit gemeinsamer Datenbasis
EinstiegskostenGering, meist vorhandenLizenz- oder Abokosten je nach Anbieter und Umfang
Prüfbarkeit für öffentliche AGAbhängig von der eigenen SorgfaltStandardisierte Ausgaben nach DIN 276

03  Entscheidung

Wann welcher Weg passt.

  1. Projektzahl und Wiederholung prüfen

    Bei wenigen, einfachen Projekten pro Jahr trägt eine gut gepflegte Excel-Vorlage. Bei vielen Projekten oder wiederkehrenden Gebäudetypen rechnet sich eine Kennwert-Datenbank schnell, weil die Recherche entfällt.

  2. Bedarf an aktuellen Kennwerten klären

    Wenn Sie belastbare, aktuelle Baukosten und Regionalfaktoren brauchen, führt an einer gepflegten Datenbasis wie dem BKI Kostenplaner oder sirAdos kaum ein Weg vorbei. Selbst gepflegte Werte veralten unbemerkt.

  3. Anschluss an CAD, BIM und Ausschreibung bewerten

    Wollen Sie Mengen aus dem Modell übernehmen und die Schätzung später über GAEB in die Ausschreibung führen, sprechen Schnittstellen für eine Fachsoftware oder ein AVA-Modul. Reine Excel-Ketten brechen an jeder Übergabe.

  4. Umgebung und Hosting berücksichtigen

    Klären Sie, ob die Software lokal auf Ihrem Server oder in der Cloud läuft und wie sie sich in Terminalserver und Lizenzserver einfügt. Ein Umstieg gelingt leichter, wenn die neue Lösung zur gewachsenen Umgebung passt.

  5. Übergang planen statt hart umsteigen

    Viele Büros nutzen anfangs beides parallel, etwa Excel für grobe Rahmen und Software für die belastbare Schätzung und Berechnung. So sammeln Sie Erfahrung, ohne laufende Projekte zu gefährden.

04  Fragen

Häufige Fragen kurz beantwortet.

Ist Excel für die Kostenschätzung nach DIN 276 zulässig?

Ja. DIN 276 regelt Inhalt und Gliederung der Kostenermittlung, schreibt aber kein bestimmtes Werkzeug vor. Entscheidend ist, dass die Schätzung nach den Kostengruppen strukturiert, nachvollziehbar und prüfbar ist. Das lässt sich auch in Excel abbilden, erfordert dort aber mehr Eigensorgfalt.

Wie kommen aktuelle Baukosten in eine Excel-Lösung?

In Excel müssen Sie Kennwerte selbst recherchieren und pflegen, etwa aus veröffentlichten Kostenkennwerten oder eigenen abgerechneten Projekten. Fachsoftware wie der BKI Kostenplaner liefert dagegen gepflegte, regelmäßig aktualisierte Kostenkennwerte samt Regionalfaktoren, sirAdos vor allem marktrecherchierte, mehrmals jährlich aktualisierte Baupreise.

Lohnt der Umstieg von Excel auf Software?

Der Umstieg lohnt sich, sobald Sie regelmäßig nach DIN 276 planen, aktuelle Kennwerte brauchen und Daten an CAD, BIM oder Ausschreibung übergeben. Bei wenigen einfachen Projekten kann eine gepflegte Vorlage weiter genügen. Ein paralleler Start senkt das Risiko.

Quelle: GWB, VgV, UVgO in der geltenden Fassung; Delegierte Verordnungen (EU) 2025/2150–2152 (Schwellenwerte 2026/2027); Bekanntmachungsservice oeffentlichevergabe.de; eigene Auswertung der offenen Bekanntmachungsdaten, August 2026. Stand September 2026. Keine Rechtsberatung, maßgeblich ist der jeweilige Gesetzes- oder Normtext.

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