Kosten · Kostenplanung nach DIN 276
Kostenplanung nach DIN 276.Werkzeuge im Vergleich.
Für die Kostenplanung nach DIN 276 stehen Planungsbüros mehrere Werkzeuge zur Wahl: Kennwert-Datenbanken wie der BKI Kostenplaner, marktrecherchierte Baudaten wie sirAdos, modellbasierte Ansätze wie DBD, die Kostenmodule etablierter AVA-Programme sowie klassische Excel-Lösungen. Sie unterscheiden sich vor allem in der Datenbasis, den Schnittstellen zu CAD und Ausschreibung und darin, ob sie lokal oder in der Cloud laufen. Die folgende Übersicht ordnet die Ansätze nach Zielgruppe, Kernfunktionen und Einsatzfall. Eine Rangliste gibt es nicht, entscheidend ist der Anwendungsfall in Ihrem Büro.
Kurz beantwortet · Stand September 2026
01 Grundlage
Was DIN 276 von der Software verlangt.
DIN 276:2018-12 regelt die Kostenermittlung im Bauwesen. Sie kennt fünf Stufen: Kostenrahmen, Kostenschätzung, Kostenberechnung, Kostenanschlag und Kostenfeststellung. Die Kosten werden nach Kostengruppen gegliedert, von der 100 (Grundstück) über die 300 (Baukonstruktionen) und 400 (Technische Anlagen) bis zur 700 (Baunebenkosten) und 800 (Finanzierung). Die Kostenschätzung in Leistungsphase 2 bleibt gröber, die Kostenberechnung in Leistungsphase 3 geht tiefer bis in die dritte Ebene der Kostengruppen.
Für Büros, die für öffentliche Auftraggeber planen, hat das direkte Folgen. Kostenschätzung und Kostenberechnung sind Grundlage für Kostenobergrenzen und für die anrechenbaren Kosten nach HOAI. Eine nachvollziehbare, prüfbare Kostengliederung ist damit kein Selbstzweck, sondern Teil der Leistung. Software soll hier zwei Dinge liefern: eine gepflegte Datenbasis mit aktuellen Kostenkennwerten und eine saubere Struktur nach DIN 276, die sich exportieren und weiterverarbeiten lässt.
Die Werkzeuge lassen sich grob in vier Gruppen teilen: reine Kennwert- und Kostenplanungsprogramme, Baudaten mit Positionspreisen, modellbasierte Ansätze mit BIM-Bezug und die Kostenmodule vollständiger AVA-Systeme. Dazu kommt Excel als offene, aber ungestützte Variante.
KI-Audit · 10 Minuten · kostenfrei
Wie viele passende Verfahren hat Ihr Büro im letzten Quartal gar nicht gesehen?
Das Audit fragt, wie Ihr Büro heute arbeitet, und zeigt, wo Sie am besten anfangen. Dazu bekommen Sie eine Einschätzung, was sich verlagern lässt.
02 Vergleich
Die Werkzeuge in der Übersicht.
| Produkt | Hersteller | Zielgruppe | Kernfunktionen | Schnittstellen/Formate | Hosting | Stärke je Einsatzfall |
|---|---|---|---|---|---|---|
| BKI Kostenplaner | BKI Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern GmbH (Vertrieb u. a. G&W Software AG) | Architektur- und Planungsbüros | Kostenermittlung über alle Stufen der DIN 276:2018, über eine Million statistische Kostenkennwerte aus realisierten Objekten, Regionalfaktoren, Kosten-Controlling | IFC, GAEB, CAD- und AVA-Anbindung, Excel-Export | Lokale Installation, servergestützte Netzwerkversion | Frühe Leistungsphasen: Kostenschätzung und Kostenberechnung mit statistischen Kennwerten |
| sirAdos (Baudaten mit Kostenplanung) | WEKA MEDIA GmbH & Co. KG; Nutzung in AVA-Software mehrerer Anbieter | Architekten und Fachplaner | Marktrecherchierte Baupreise auf Positions- und Kostenelementebene, Kostenermittlung nach DIN 276 | GAEB, Excel; Einbindung in gängige AVA-Programme | Abhängig von der einsetzenden Software, meist lokal oder auf dem Server | Kostenermittlung mit Positionsdaten und Übergang zur Ausschreibung |
| DBD (DBD-BIM, DBD-KostenKalkül) | Dr. Schiller & Partner GmbH (f:data) | Planer mit BIM-Bezug | Modellbasierte Kostenplanung nach DIN 276 über drei Detailebenen, grafische Mengen- und Kostenermittlung, dynamische Kostenelemente | IFC, GAEB, BIM-LV-Container, Excel | In über 20 Softwareprodukte integriert | BIM-gestützte Mengen- und Kostenermittlung aus dem Modell |
| AVA-Module (z. B. ORCA AVA, California.pro/NEVARIS, AVANTI, Bechmann) | Verschiedene Anbieter | Büros mit durchgehendem AVA-Prozess | Kostenplanung als Teil der Kette aus Kostenermittlung, Leistungsverzeichnis und Vergabe, DIN-276-Kostengruppen, Anbindung an Kennwert- und Preisdatenbanken | GAEB (X81 ff.), Excel, teils IFC | Meist lokal oder auf dem Server, teils Cloud | Durchgehende Kette von der Kostenschätzung bis zur Abrechnung |
| Excel-Lösungen | Eigene Vorlagen auf Microsoft Excel | Kleine Büros, einzelne Projekte | Frei aufgebaute Kostengliederung nach DIN 276, volle Anpassbarkeit, keine mitgelieferte Kennwertbasis | Manuelle Eingabe, CSV- und Excel-Austausch | Lokal oder in der Cloud über Microsoft 365 | Flexibilität und niedrige Einstiegshürde bei einfachen Projekten |
03 Auswahl
Worauf es bei der Entscheidung ankommt.
- Datenbasis: Kennwert-Programme und Baudaten bringen gepflegte, jährlich aktualisierte Werte mit. Excel bleibt so aktuell, wie Sie es selbst pflegen.
- Leistungsphase: In den frühen Phasen zählen Kennwerte und schnelle Kostenschätzungen. Ab der Kostenberechnung und Richtung Ausschreibung wird die Anbindung an Positionen und GAEB wichtiger.
- CAD und BIM: Wer Mengen aus dem Modell übernehmen will, braucht eine IFC- oder Modellanbindung, wie sie modellbasierte Ansätze bieten. Ohne Modell bleibt die manuelle Mengeneingabe.
- Schnittstellen: GAEB ist der Standard für den Austausch mit Ausschreibung und Vergabe, Excel für Berichte und Prüfung. Prüfen Sie, welche GAEB-Phasen ein Produkt unterstützt.
- Hosting: Viele Büros arbeiten mit lokal installierter Software auf eigenem Server. Der BKI Kostenplaner bietet dafür eine servergestützte Netzwerkversion. Prüfen Sie vor einem Cloud-Angebot, ob es zu Ihrer gewachsenen Umgebung mit Terminalserver und Lizenzserver passt.
- Prüfbarkeit: Für öffentliche Auftraggeber sollte sich die Kostengliederung nachvollziehbar nach DIN 276 ausgeben lassen, damit Kostenschätzung und Kostenberechnung im Verfahren Bestand haben.
04 Fragen
Häufige Fragen kurz beantwortet.
Braucht ein kleines Büro eine eigene Kostenplanungssoftware oder reicht Excel?
Für einfache Projekte und gelegentliche Kostenschätzungen kann eine saubere Excel-Vorlage genügen. Sobald Sie regelmäßig nach DIN 276 planen, mit aktuellen Kennwerten arbeiten und Daten an die Ausschreibung übergeben, spart eine Fachsoftware Pflegeaufwand und senkt das Fehlerrisiko.
Läuft Kostenplanungssoftware lokal oder in der Cloud?
Das hängt vom Produkt ab. Der BKI Kostenplaner wird lokal installiert und ist als servergestützte Netzwerkversion verfügbar. AVA-Module laufen meist lokal oder auf dem Server, teils zusätzlich als Cloud-Variante. Prüfen Sie die Anbindung an Ihre bestehende Serverumgebung vor der Auswahl.
Wie hängt DIN 276 mit dem Honorar nach HOAI zusammen?
Die Kostenermittlung nach DIN 276, insbesondere Kostenschätzung und Kostenberechnung, liefert die anrechenbaren Kosten. Diese sind eine Grundlage für die Honorarermittlung nach HOAI. Eine belastbare Kostengliederung ist damit auch honorarrelevant.
Quelle: GWB, VgV, UVgO in der geltenden Fassung; Delegierte Verordnungen (EU) 2025/2150–2152 (Schwellenwerte 2026/2027); Bekanntmachungsservice oeffentlichevergabe.de; eigene Auswertung der offenen Bekanntmachungsdaten, August 2026. Stand September 2026. Keine Rechtsberatung, maßgeblich ist der jeweilige Gesetzes- oder Normtext.
05 Weiter
Im Themennetz weiterlesen.
Zehn Minuten.Dann wissen Sie, wo Ihr Büro ansetzt.
Das KI-Audit fragt, wie Ihr Büro heute arbeitet, und zeigt, wo Sie am besten anfangen. Kein Verkaufsgespräch, keine Software-Miete.
Bis zu 60 Prozent Förderung, Deckel 60.000 Euro. Keine Software-Miete: Code, Daten und Cockpit gehören dem Büro.
Aus der Praxis, laufend auf LinkedIn
Wie Planungs- und Ingenieurbüros KI wirklich einführen: Projekte, Zahlen, Fehler, die man sich sparen kann.